Präsident
Jahresbericht des Präsidenten für das Jahr 2010 /
Verein Hilfe für Simbabwe, 8260 Stein am Rhein
Über die wirtschaftliche- und politische Lage in Simbabwe möchte ich mich nicht mehr äussern. Es geht weiterhin bergab. Nach der Abschaffung der einheimischen Währung können mit US$ oder südafrikanischem Rand fast alle lebensnotwendigen Güter eingekauft werden. Nur, wer hat schon Geld bei einer Arbeitslosigkeit von 90%? Die Armut in der Bevölkerung ist weiterhin unbeschreiblich und die Raffgier und Korruption der Regierenden und des Militärs nimmt immer groteskere Formen an. Für die nächsten Wahlen werden die Stimmberechtigten bereits wieder mit Terror und Gewalt auf den richtigen Weg gebracht. Die Opposition ist machtlos und verzweifelt.
Aktivitäten:
Im Herbst 2010 wurden 2 Container auf die Reise geschickt. Ein 20 Fuss-Container war für die Spitäler Matibi und Muvonde bestimmt, ein 40 Fuss-Container für unser Spital in Muvonde. Weil die Regierung von unserem Hilfswerk finanziell nicht profitieren kann, haben die Verantwortlichen mit erhöhten Zoll- und Lagergebühren doch einen Weg gefunden, sich zu bereichern. Die Schikanen und Behinderungen waren so gross, dass wir uns entschieden haben, keine Transporte mehr aus der Schweiz zu organisieren und die notwendigen Hilfsgüter in Simbabwe oder Südafrika einzukaufen.
Da unser Lager aber noch voll mit wertvollem Verbandsmaterial war, haben wir im Frühjahr 2011 nochmals einen Versuch mit einem 20 Fuss-Container gewagt. Dieser ist dank Verhandlungsgeschick verhältnismässig problemlos durchgekommen. Trotzdem möchten wir vorläufig keine Hilfsgüter mehr sammeln und transportieren. Wir haben aber die Möglichkeit, uns bei anderen Organisationen anzuschliessen.
Wie jedes Jahr war unser Vorstandsmitglied Max Scherrer im Frühjahr 2011 wieder für einige Wochen in Simbabwe. Unter Mithilfe seines Sohnes wurden 5 Solar Kompaktanlagen auf den Dächern der verschiedenen Abteilungen installiert. Bei diesen Anlagen wird die Sonnenenergie in Batterien gespeichert und auf 220 Volt Spannung umgewandelt. Dadurch ist die Versorgung den ganzen Tag gesichert, was vor allem für die Kühlung von Medikamenten und gewisser Lebensmittel wichtig ist. Obwohl zur Zeit die elektrische Energie wieder vermehrt zur Verfügung steht, werden wir bemüht sein, mit Solaranlagen die Unabhängigkeit und die Senkung der Stromkosten zu realisieren.
Im Frühjahr 2011 wurden bei der Grundwasserpumpe 3 Solarmodule abmontiert und entwendet. Die Diebe hatten die Module in Tücher gewickelt in einem See versenkt um später den Abtransport zu organisieren. Beim Tränken der Kühe wurden die Panels entdeckt. Leider war eines durch eine Kuh beschädigt worden, die anderen konnten wieder montiert werden. Eine Rattenplage hat die Waschmaschinen der Spitalwäscherei zum Stillstand gebracht. Durch Kot und Urin wurde die Elektronik zerstört. Um weitere Schäden zu verhindern mussten die Schlupflöcher ausfindig gemacht und gestopft werden. Die Reparatur war recht kostspielig.
Finanzielles: 2010 betrug der finanzielle Aufwand insgesamt Fr. 263‘837.- Spenden- und Gönnerbeiträge erbrachten Fr. 296‘088.- was ein Ertragsüberschuss von Fr. 32‘251.- bewirkte.
Bei allen Spendern und Helfern bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre Unterstützung. Dank unserem Verein kann das Ärzteteam die enorme Arbeit zum Wohl der Bevölkerung bewältigen.
Stein am Rhein, im Mai 2011 Präsident: Kurt Werner

