Dr. Aschwanden
Jahresbericht 2011
Muvonde Mission Hospital
Driefontein / Simbabwe
Der Übergang
Herbert und Rita Aschwanden
E-mail: h.aschwanden@iwayafrica.com
HomePage des Vereins: www.hilfe-fuer-simbabwe.com
Private HomePage: www.aschwanden-info.com
Dezember 2011
Liebe Freunde, Gönnerinnen und Gönner
Im Jahre 2013 werde ich 80 Jahre alt und gedenke, meine Tätigkeit in Afrika voll oder – je nach Umständen – teilweise einzustellen. Diese Entscheidung möchte ich beizeiten mitteilen, damit ein Übergangsplan ermöglicht werden kann.
Es gäbe viele Gründe unseres geplanten Abgangs anzuführen. Viele sind persönlicher Natur. Andere Gründe führe ich kurz an, um all unseren Freunden und Spendern unsere Entscheidung verständlich zu machen.
Meine Frau und ich haben über 30 Jahre lang den Menschen hier eine bescheidene medizinische Betreuung zukommen lassen. Leider passen mein Alter und die grossen Belastungen nicht mehr zusammen. Mit dem Alter steigt auch die Empfindlichkeit, was man sich erst realisiert, wenn man selber soweit ist. Leider ist es nicht die ärztliche Arbeit, sondern die enorme Vielfalt der täglich anfallenden Probleme, die zur grossen Bürde werden. Wir leben hier in einem Staat, der mehr und mehr zerfällt, und das Übel, das „oben“ passiert, das pflanzt sich nach unten fort. Der Kampf gegen die Korruption – um nur ein Beispiel zu nennen – entspricht einem Ungeheuer mit sieben Köpfen. Schlägt man einen Kopf ab, wächst der nächste bereits nach.
Als Frau Dr. B. Hardegger das Basutoland, dem sie ihr Leben widmete, verlassen hatte, schrieb sie in ihrer Autobiografie den traurigen Satz: „Mit leerem Herzen und ohne jegliches Gefühl verliess ich Afrika.“ Wenn einem oft auch belastende Zweifel überfallen, dann muss man dankbar sein, dass man den Ärmsten dieser Welt eine echte Hilfe schenken kann. Wer sich dem Pessimismus ergibt, wird unfähig, das Gute noch zu sehen. Afrika hat uns beiden, meiner Frau und mir – trotz aller Schwierigkeiten – mehr gegeben, als was wir den Menschen hier je schenken konnten.
Das enorme Elend, das uns täglich entgegentritt, war stets der Ansporn, die Arbeit trotz aller Belastungen weiterzuführen. Mit der vorbildlichen Unterstützung durch unseren Verein und den vielen Spendern sowie der Hilfe der Rotarier aus Deutschland können wir unseren Patienten eine medizinische Betreuung vermitteln, die stets noch einem guten Standard entspricht.
Das Spital muss am Leben bleiben. Sie werden fragen, wie geht es weiter? Niemand kann die Zukunft in diesem Land voraussagen, weshalb jede Planung voller Unsicherheiten ist. Ich werde meine volle Tätigkeit in etwa zwei Jahren einstellen, sofern es meine Gesundheit jedoch zulässt, werde ich vielleicht einige wichtige Arbeiten noch beibehalten. Jedoch wird hier in zwei Jahren noch viel geschehen, und ich lasse deshalb alle Türen offen. Mit 80 kann man auch keine grossen Zukunftspläne mehr schmieden, ohne sich lächerlich zu machen.
Die Arbeit geht also weiter, und wie Sie aus der Statistik sehen können, hat die Arbeitslast stark zugenommen, besonders im Bereich der Chirurgie. Ich sende Ihnen die Jahresstatistik vom 30.11.2010 bis 30.11.2011 und bitte Sie, unsere Arbeit weiterhin zu unterstützen. Ich bitte aber auch um Ihr Verständnis für unsere Abgangsstrategie. Es ist wohl klüger, Unvermeidliches so zu planen, dass man eines Tages nicht mit einem Unausweichlichen konfrontiert wird.
Spitalarbeit 2011
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Vom 1. Dez. 2010 bis 30. Nov. 2011 |
2010 |
2011 |
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Anzahl Patienten im Spital |
4214 |
4629 |
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Bettbesetzung |
48314 |
41053 |
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Anzahl der ambulanten Patienten |
22533 |
21640 |
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Anzahl der ambulanten Patienten täglich |
101 |
98 |
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Grosse Operationen |
446 |
585 |
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Kleine Operationen |
579 |
941 |
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Total Operationen (inkl. Augenoperationen) |
1396 |
1808 |
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Geburten |
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720 |
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Röntgen |
1063 |
3049 |
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Labortests |
11673 |
27445 |
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Physiotherapie |
1240 |
1562 |
Augenabteilung
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2010 |
2011 |
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Anzahl Patienten in der Augenabteilung |
502 |
506 |
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Ambulante Augenpatienten |
1091 |
1022 |
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Grosse Operationen |
182 |
156 |
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Kleine Operationen |
145 |
126 |
Waisen, von uns betreut
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2010 |
2011 |
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Zahl der Vollwaisen |
1112 |
1222 |
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Halbwaisen |
863 |
941 |
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Schulgeld bezahlt für Vollwaisen |
440 |
433 |
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Von Kindern geführte „Familien“ |
80 „Haushalte“ |
80 „Haushalte“ |
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Total Waisenkinder |
1975 |
2163 |
AIDS- und HIV-Patienten
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2010 |
2011 |
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Anzahl der AIDS- und HIV- Patienten |
9539 |
12764 |
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Anzahl der AIDS-Konsultationen |
14995 |
25824 |
Besonders wichtig ist unsere Waisenhilfe. Wir können über 400 Vollwaisen die Primar- und Sekundarschule ermöglichen. Ausserdem bauen wir 36 einfache, aber solide Häuschen für jene Vollwaisen, die unter miserablen Bedingungen zu leben haben. Ermöglicht haben uns dieses Projekt Rotarierclubs in Deutschland. Dann möchten wir einen ganz herzlichen Dank an unseren Vereinsvorstand und natürlich an all die Spender aussprechen, die uns direkt oder über den Verein unterstützen. Besonders möchten wir auch die stets grosszügige Hilfe der Immenseepatres (SMB) und die Medikamentenhilfe von ‚action medeor’ in Deutschland verdanken. Viele einzelne Namen müssten hier noch zusätzlich für ihren Einsatz zu Gunsten der Armen erwähnt werden, aber leider ist das im Rahmen dieses Berichtes nicht möglich. Wir hoffen, Sie verstehen das.
Für die kommenden Festtage wünschen wir Ihnen alles Gute und ein Vergelt’s Gott für ihre Hilfe.
Ihre Herbert und Rita Aschwanden